Neigen weniger gebildete Menschen eher zu Rassismus?

Niemand wird als Rassist geboren. Bis zu einem gewissen Alter ist es uns scheiß egal welche Hautfarbe jemand hat, oder welcher ethnischen Gruppe er angehört.

Ab einem gewissen Alter jedoch, ändert sich unsere Haltung gegenüber derer Menschen die augenscheinlich „anders“ aussehen.

Persönliche Erlebnisse, Medienkompetenz, Erziehung – doch vor allem der Grad der Bildung spielt dabei eine zentrale Rolle, wie Schweizer Wissenschaftler vor kurzem herausgefunden haben.

 

In der vorliegenden Studie aus dem Jahre 2013 wurden 137 Probanden mit verschiedensten Bildungsgraden, 3 verschiedene Versionen einer Tageszeitung vorgelegt. Ihnen wurde suggeriert, man mache eine Studie zu „Layout und Benutzerfreundlichkeit“ der Online-Ausgabe des „Tagesanzeigers“. Diese bewusste Irreführung diente der beiläufigen Konfrontation der Probanden mit dem eigentlich relevanten Inhalt.

 

EINFÜHRUNGDONE

Le Quelle

Der eigentliche Fokus lag auf einer 1/3-Seiten umfassenden rechtspopulistischen (fiktiven) Werbeanzeige der „Schweizerischen Volkspartei“, welche unauffällig neben weiteren Anzeigen platziert wurde.

  • Die nicht-emotionalisierende Variante bestand lediglich aus dem Schriftzug: „MASSENEINBÜRGERUNG?“
  • Das Plakat in der mittleren Version zeigt eine Straße mit mehreren in Burkas gekleideten Frauen. Zudem wurde der Slogan: „Tun sie etwas! Nein zur Masseneinbürgerung!“ platziert.
  • Die stark emotionalisierende (und für diese Studie aussagekräftigste) Variante zeigt ebenfalls die besagten Frauen, jedoch ergänzt durch ein weinendes blondes Mädchen in Schweizer Tracht.

Dadurch sollte einerseits eine Bedrohung der eigenen Kultur durch das Fremde suggeriert und andererseits – durch das zeigen von Emotionen – der Emotionalisierungsprozess auf Seiten der Probanden verstärkt werden.

Auf Grundlage dieser Ausgangssituation wurden 3 Hypothesen aufgestellt:

H1

Übersetzung: Stark emotionalisierende Plakate haben einen starken Effekt auf die Einstellung gegenüber Ausländern – insbesondere bei weniger gebildeten Personen.

H2

Übersetzung: Stark emotionalisierende Plakate haben einen starken Effekt auf die Einstellungsänderung gegenüber Ausländern – insbesondere bei weniger gebildeten Personen.

H3

Übersetzung: Stark emotionalisierende Plakate finden bei höher gebildeten Personen weniger Anklang, als bei weniger gebildeten.

Zuvor – sowie im Anschluss an die Sichtung aller 3 Versionen wurden den Probanden [bezugnehmend auf die Hypothesen] Fragen zu Ihrer Einstellung gegenüber Ausländern gestellt.

Das Resultat stellt sich wie folgt dar:

Zu Hypothese 1)

ERG1

Auf Abb.1 sieht man deutlich, dass diejenigen Personen mit niedriger Bildung einen höheren (in diesem Falle negativen) Wert bezogen auf ihre Einstellung gegenüber  Ausländern aufzeigen, als höher gebildete. Der numerische Parameter hat dabei lediglich eine vergleichende Funktion.

ERG2

Auch in Abb. 2 wird deutlich, dass weniger gebildete Personen ihre Einstellung gegenüber Ausländern eher zum negativen ändern, als es höher gebildete tun. (Wie in Fall 1: nach Anbetracht „stark emotionalisierender rechtspopulistischer“ Werbeplakate).

ERG3

Wie auch in Bezug auf Fragestellung 1 & 2 sieht man hier, dass die Einstellung der höher gebildeten Personen nach Anbetracht von nicht, sowie mittelmäßig stark emotionalisierenden Werbeplakaten fast identisch ist. Lediglich bei „stark emotionalisierenden“ Plakaten unterscheiden sich die Meinungen signifikant. Hier ist festzuhalten, dass stark emotionalisierende Inhalte bei höher gebildeten Personen weniger Anklang finden.

… Und was lernen wir daraus?

Natürlich sind nicht alle Menschen ohne Abitur oder Hochschulabschluss potentielle Rassisten. Genauso wenig sind alle Abiturienten oder Hochschulabsolventen durch die Bank intelligent. (Das weiß ich auch ohne Studien, spätestens seit dem Tag an dem ich meiner Ex das erste Mal über den Weg gelaufen bin).

Es verdichtet sich durch diese -und viele andere wissenschaftliche Studien- jedoch das Bild, dass grundsätzlich eine Verbindung zwischen Rassismus, und der fehlenden Ambition sich Bildung anzueignen, besteht.

Versteht mich also nicht falsch. Es geht dabei nicht um Intelligenz, sondern darum sich mit Wissen -und Fakten- zu befassen.

Lernen ist ein Vorgang der mit dem Bildungsgrad in etwa so viel zu tun hat, wie die Hautfarbe eines Menschen mit seinem Charakter.

In diesem Sinne,
Think about it.

 

 

 

 

 

 

„Die Leute lachen – doch die Presse schreibt nur Scheiße“

In meiner neuen Interviewreihe „Auf ein Bier mit:“ unterhalte ich mich mit populären Menschen verschiedenster Herkunft, gesellschaftlichem Stand und persönlichen Zielen.

Niemals wirklich über das was sie wollen, dafür öfter über das, was sie eigentlich interessiert.

Den Anfang macht der wohl bekannteste „Ausbilder“ der Bundeswehr. Holger Müller, vielen besser bekannt unter seinem Künstlernamen: Ausbilder Schmidt.

ausbilderschmidt

Holger. Lassen wir die Beweihräucherung deiner monopolistischen Rolle als militäraffinen Ausbilder mal kurz außen vor und betrachten die Kehrseite deines Pseudonyms. Steckst du für diese Rolle viel Kritik ein?

Ja natürlich, Ausbilder Schmidt hat ja schließlich schon immer stark polarisiert. Comedy muss aber auch polarisieren. Und wenn du polarisierst, erntest du immer Kritik. Ich geb ja auch Workshops für junge Profis und da sage ich von vornherein ganz klar, wenn du mit Kritik nicht klar kommst, dann bist du hier falsch. Oftmals ist es auch so dass die Leute die vor dir sitzen lachen, doch in der Presse steht nur scheiße. Das musst du einfach aushalten.

Die Kritik an der Bundeswehr ist bedingt durch die Einsätze in den letzten Jahren ja stetig gewachsen. Hat sich das auch auf deine Figur ausgewirkt?

Ich glaube die Kritik an der Bundeswehr war in den frühen 90ern, als ich gedient habe, fast sogar noch größer. Stichwort: Aktive Friedensbewegung. Ich würde fast sagen im Laufe der Jahre haben viele Leute damit begonnen die Leistung der Bundeswehr anzuerkennen. Insbesondere durch eure Einsätze im Kosovo und in Afghanistan. Aber unabhängig davon, gibt es natürlich immer Kritik an Figuren die sich mit dem Militär befassen. Bei mir persönlich ist es aber so, dass die Medienpräsenz in den letzten Jahren auch nachgelassen hat. Dementsprechend lässt auch die Kritik nach.

Apropos Medienpräsenz. Wie kommst du damit klar, dass du keine Prime Time Comedy mehr machst?

Ich habe über 500 Folgen Radio gemacht und war eigentlich überall wo man als Comedian überhaupt sein kann. Irgendwann is so ne Figur eben auch mal medial verbrannt. Klar, man tritt noch hier und da im dritten Programm auf, aber ich persönlich sage auch: Gottseidank! Ich hab das alles gehabt, konnte viele wertvolle Erfahrungen sammeln, doch kann mich nun auch vollkommen auf meine Bühne in Ostfriesland und meine Tourneen konzentrieren.

kleinkunstbühne

Holgers Kleinkunstbühne in Pilsum, Ostfriesland.

Ich habe im Laufe der Jahre auch gemerkt, dass ich über das Medium Bühne besser überzeugen kann, als übers Fernsehen. Im Fernsehen bist du mal so 5 Minuten, 10 Minuten, da hast du immer nen Redakteur, der das alles dann zusammenschneidet und du dich fragst: Was soll das? Wo sind die ganzen Gags hin? Was ich damit sagen will ist, Fernsehen war für mich immer ein sehr anstrengendes Geschäft. Ich hab das 15 Jahre mit viel Spaß an der Sache gemacht, doch jetzt freue ich mich auch darauf, den Fokus wieder mehr auf die Tour zu legen, Leute zu treffen und ne direkte Resonanz auf meine Arbeit zu bekommen.

Gibt´s aus deiner Vergangenheit einen Comedian mit dem du mal wieder zusammenarbeiten willst, oder irgend einen Neuling in der Szene mit dem du gerne mal arbeiten würdest?

Also ich bin durch meine Kleinkunstbühne, und der Stehzeit in der Szene schon gut vernetzt. Ich schreibe auch viel für andere Künstler, mache Coachings, bin aber was öffentliche Projekte anbelangt eher doch der Einzelkämpfer, wie man bei euch so schön sagt. Es gab zu Halloween letztes Jahr so ein Projekt mit Heinz Gröning und Horst Fryguth, das hat auch richtig Spaß gemacht aber die maskuline Figur des Ausbilders lässt normalerweise nur wenig Platz für Nebenbuhler.

„Schlechten Menschen geht es immer gut“ heißt dein aktuelles Programm. Es ist bedingt durch deine Historie schon klar welche Zielgruppe du damit erreichen willst, aber was für eine Message willst du den militäraffinen Menschen unseres Landes dadurch vermitteln?

Also zu aller erst: All meine Stand Up´s sind Comedy. Und Comedy hat ja eigentlich immer eher wenig Message. Comedy bedeutet hab Spaß, schalt den Kopf aus, lach ganz viel und geh raus und denk, wow – cooler Abend! Holger Müller hat wie du vorhin gemerkt hast auch viel zu sagen, doch Ausbilder Schmidt, hat zumindest politisch, nicht viel zu sagen. Ich will durch diese Rolle Leute unterhalten. Schlechten Menschen geht es immer gut ist dabei einfach nur ein Aufhänger. Ausbilder Schmidt ist ja auf den ersten Blick auch selber ein eher schlechter Mensch, deshalb bot sich der Name an.

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Für alle die sich gerade fragen: „wer ist dieser Holger Müller?“

Glaubt der Mensch Holger Müller bei all den „schlechten Menschen“ die uns aktuell auch in Deutschland umgeben noch ans Gute im Menschen?

Auf jeden Fall. Letztendlich wird immer das Gute siegen, denn sonst gäbe es den Menschen ja auch nicht mehr. Es sind schwierige Zeiten, weltweit, von denen auch wir Europäer jetzt erstmalig einen Geschmack bekommen. In anderen Ländern sieht das schon seit Jahrzenten anders aus, das habe ich gemerkt als ich beispielsweise in Kundus war. Ich dachte mir: was ist das für ein unfassbar schönes Land. Du könntest da eine riesengroße Tourismus-branche aufbauen, den Leuten eine Perspektive bieten, aber das Land hat einfach nicht die Chance dazu das zu nutzen. Da ist Krieg, und da war schon immer Krieg. Doch irgendwann ist dieses Land hoffentlich auch mal befriedet, irgendwann wirst du hoffentlich auch dort mal ne Generation haben die sich selber sagt: nein, lass es uns anders machen.

Dein Programm läuft bald aus. Wie geht es dann weiter mit der Figur Ausbilder Schmidt?

Also ich spiele jetzt noch ein paar Shows in Berlin, und dann kommt ja auch wieder der Karneval. Da werde ich Teile des Programms nochmal spielen, doch anschließend laufen auch schon die ersten Proben für das neue Programm „Weltfrieden – Notfalls mit Gewalt“. Gewalt ist natürlich vor allem heutzutage ein schwieriger Begriff, und ein noch schwierigeres Thema, doch der Ausbilder meint es ja im Grunde immer gut mit den Menschen, auf die er mit dem Finger zeigt. Das Programm wird sich stilistisch nicht groß von den anderen Unterscheiden, doch diesmal liegt der Schwerpunkt nicht auf den schlechten Menschen, sondern eher auf denjenigen die denken dass Sie mit ihren Blümchen und mit ihren Sandalen wirklich etwas verändern können..

Ein Schelm, wer dabei Böses denkt..

[Eine umfassendere Version dieses Interviews erscheint in der kommenden Ausgabe der Zeitschrift des Studentischen Konvents der Universität der Bundeswehr]

Le american patriotism: a story about Uncle Sam – and his followers

Dear liebe Leserschaft,

bevor ich in den kommenden Blogeinträgen auf die amerikanische (Fr)esskultur, den Tinder-wahn, die Sportbegeisterung und die einzelnen Stationen unserer dreiwöchigen Reise durch die Vereinigten Staaten eingehe, möchte ich euch durch diesen Beitrag erst einmal ein Gefühl dafür vermitteln, weshalb viele Amerikaner der Meinung sind dass es beispielsweise richtig ist einen Menschen wie Donald Trump ins oval office zu wählen, private Schusswaffen auch nach den letzten Amokläufen nicht abzugeben, oder die Gesundheitsreform von Obama („Obamacare“) auf´s schärfste zu kritisieren.

Einen Großteil der kommenden Erkenntnisse habe ich einer ziemlich konservativen Familie aus Florida zu verdanken, mit der ich die erste Woche meines Roadtrips durch die Staaten verleben durfte.

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Monsieur Arone´ le Blande.

 

Zustande kam der Kontakt durch Aron Bland, einen alten US-Veteranen und Pro-MMA Fighter, den ich 2011 im Rahmen meines Afghanistan-Einsatzes kennenlernen durfte.

Wir waren in Orlando verabredet, um uns gemeinsam die „UFC on FOX“ Fightcard im Amway Center anzusehen und anschließend ein paar entspannte Tage in Florida zu verbringen.

Nachdem wir uns nach den Kämpfen astrein in Downtown Orlando abgeschossen hatten, sind wir am darauffolgenden Tag zu seiner Freundin gefahren, die etwa eine Stunde südlich von Orlando, genauer gesagt in Tampa / Florida wohnt.

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.. 1 sehr nice Gegend!

Rebecca, die besagte Freundin, ist selbstständig und arbeitet in der Immobilienbranche. Sie kauft Häuser, peppelt sie auf, und verkauft sie dann wieder. Business as usual.

Eher „unusual“ für unsere europäischen Verhältnisse ist jedoch ihr Verhältnis zu Barack Obama. Viele konservative Amerikaner wie `Becca sehen in ihm die Ausgeburt des bösen, nicht nur weil er seit Anbeginn seiner Amtszeit bemüht ist schärfere Waffengesetze zu etablieren (dazu später mehr), sondern vor allem weil er mit „Obamacare“ eine Gesundheitsreform initiiert hat, die gemäß Ihrer Aussage ausnahmslos „alle rechtschaffenden US-Bürger ihrer hart verdienten Kohle beraubt“.

So wird ein Großteil der Mehrkosten für das 2010 in Kraft getretene, neue Gesundheitssystem der USA tatsächlich durch eine Erhöhung der Einkommenssteuer finanziert. Das bedeutet grob umrissen nichts anderes als dass jeder der arbeitet, nun mehr Kohle an den Staat abdrückt, nur damit diejenigen die nicht arbeiten, versichert werden können.

Für den Durchschnittsbürger eines kapitalistischen Staatenverbundes wie der USA ist so ein Eingriff in die persönliche Finanzliquidität natürlich schon ne große Sache. (Hashtag: Sozialneid)

Wenn der werte Mr. President seinen citizens dann auch noch ihr liebstes Spielzeug, die Schusswaffe, wegnehmen will, dann kann man sich ganz gut vorstellen weshalb Obama in den Staaten derzeit so einen Shitstorm erlebt.

Viele US-Bürger folgen in puncto des „2. Zusatzartikel der Verfassung“ (Recht auf Besitz und das Tragen von Schusswaffen) einer simplen Logik:

„Warum soll ich meine legal erworbene und registrierte Waffe abgeben, während da draußen so viele illegale Waffenbesitzer, Gangs, Bösewichte und Mafia-typen ihre Waffen niemals abgeben werden? Wie soll ich mich dann vor denen schützen?“

.. Wenn man dann noch anmerkt dass es sich bei vielen der bei Amokläufen verwendeten Waffen sowieso um illegal erworbene (und somit nicht registrierte) Schusswaffen handelt, dann kann man die Argumentation derer, welche ihre Waffen legal erworben und registriert haben, schon irgendwie nachvollziehen..

Ich will damit nicht sagen dass ich deren Argumentation zustimme oder teile, doch neutrales Verständnis für ihren Standpunkt, habe ich allemal.

Aron ist bedingt durch seine militärisch geprägte Vergangenheit natürlich ein Paradebeispiel für den US-Amerikanischen Waffenkult.

Ich will die genaue Anzahl der in seinem Besitz befindlichen Schusswaffen aus Schutzgründen gegenüber seiner Person hier nicht explizit nennen, doch sagen wir´s mal so.. Als ich mit solchen Zahlen in der Schule gerechnet habe, war ich bereits in der zweiten Klasse.

Auch ganz grundsätzlich ist Aron ein gutes Beispiel für den „guten, alten, konservativen US-Amerikaner“.

Missversteht mich bitte nicht, ich hatte mit diesem Kerl eine unglaublich enge Bindung während unserer Zeit im ISAF-Einsatz, und zähle ihn aufgrund unserer gemeinsamen Interessen bereits seit längerem zu meinem engen Freundeskreis, doch dieser Typ erfüllt einfach jedes uns bekannte Klischee.

Er fährt nen dicken Chevi Silverado, fischt für sein Leben gern, kämpft mit Alligatoren, hat nen Arsch voll Waffen zuhause rumliegen, und steht wie verrückt auf Country und amerikanische Rockmusik.

Apropos Rockmusik. Ein Song ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Ein Track, den wir auf unseren täglichen Fahrten zum „liquor store“ (Schnapsladen) hoch und runter gehört haben, und der wohl wie nur wenige andere den „Spirit“ des „American way of life“ widerspiegelt.

Geschrieben hat ihn Aaron Lewis, Frontmann der Band Staind, und wenn ihr euch das Video dazu anseht, dann sagt das mehr aus über die amerikanische Lebenskultur, als ich komprimiert in 1000 Sätze packen kann.

Natürlich trifft dieses Bild nicht auf alle US-Amerikaner zu.

All den Patrioten, den Rednecks, den Militärs, und den Menschen um die es in diesem Beitrag geht bekommen jedoch alleine beim erklingen des Namens „Aaron Lewis“ schon feuchte Augen (und oftmals auch eine feuchte Hose).

Und wo wir gerade von feuchten Hosen sprechen..

Eine feuchte Hose bekam ich da drüben erstmalig in dem beschaulichen Küstenstädtchen „Sarasota“. Nicht unbedingt vor Erregung (haha!) sondern viel mehr vor blanker Angst, denn dort traf ich erstmalig auf „Hana“.

hannamutti

My beloved german girl hana..

Hana ist die Mutter von Rebecca, eine temperamentvolle, im Nachkriegsdeutschland aufgewachsene ältere Dame, ultra-konservative Trump-Anhängerin, die sich ganz „Trump-alike“ ein ordentliches Vermögen erwirtschaftet hat und nun ihren Lebensabend im sonnigen Florida, direkt am „schönsten Strand der USA“ (Tripadvisor) verlebt.

hanaapartement

Auch das ist 1 sehr nice Gegend. (hana wohnt #davornelinks)

Mir wurde im vornherein von Aron & Rebecca erzählt dass es sich eventuell schwierig gestalten könnte, mit Hana über Politik zu reden. Mich als politik-bewussten deutschen „Staatsbürger in Uniform“ hat das natürlich nich abgeschreckt 🙂

Wohin das geführt hat, seht ihr hier…

trump

Hashtag: shithappens

Hana ist wirklich überzeugt von den Thesen des Herrn Trump, und zu meinem Erstaunen hatte sie dafür auch einige gute Argumente parat.

Das schlagkräftigste jener war, dass sie fast alle meine Vorurteile gegenüber Trump außer Kraft setzen konnte.

So habe ich beispielsweise angeführt, dass Trump in einer seiner Reden den körperlich eingeschränkten Journalisten Serge Kovaleski auf diffamierende Art und Weise „nachgeäfft“ hatte.

Nachdem wir die entsprechende Rede von Trump mit ein paar Interviews von Kovaleski verglichen hatten kam ich jedoch ziemlich erstaunt zu dem Schluss dass man durchaus die These vertreten kann, dass Trump einfach miss-interpretiert wurde.

Das soll auch in diesem Falle nicht heißen dass ich diese These befürworte, doch ich verstehe den Standpunkt der Trump-Anhänger.

Ähnlich verhält es sich mit den politischen Forderungen des Multi-millionärs. Trump wollte niemals „den Muslimen den Zugang zu den Vereinigten Staaten verwehren“, so wie es in unserer Medienlandschaft den Anschein hatte. Trump wollte lediglich die Einreise stärker reglementieren – ein Thema, das übrigens auch bei uns derzeit nicht nur in AfD-Kreisen heiß diskutiert wird.

All diese konstruktiven Einblicke in die Denkweise dieser Frau, und dieser Familie im Allgemeinen, haben mich zu dem Schluss kommen lassen dass „vom anderen Ende des Teiches aus“ doch vieles anders erscheint, als es in Wirklichkeit der Fall ist.

Bei all der Sympathie für Obama und meine Freunde in den Staaten dachte ich unterbewusst irgendwie immer, der „ach so national-geile“ part der Amerikaner bestünde nur aus militärgeilen Patrioten und irgendwelchen Rednecks die sich lediglich für das Befinden Ihres eigenen Landes interessieren.

Doch das Gegenteil ist der Fall, meine lieben Leser.

Gewiss nicht alles ist Silber, geschweige denn Gold was die Staaten in unserer Welt verzapfen, doch auch wenn viele von uns das nicht gerne hören, aber viele von denen da drüben, wissen viel mehr über uns, als wir über sie.

In diesem Sinne,…

God bless `merica.

mussichnocheinbauen

Mein Deutschland.

Liebe Freunde,
liebe Kameraden,
liebe Kommilitonen,
lieber Verfassungsschutz,
lieber Kai Diekmann,
liebe Hater,

eigentlich wollte ich diesem Blog dieses Jahr keine Aufmerksamkeit mehr schenken. Nicht weil es inzwischen nicht mehr cool ist einen Blog zu haben, oder weil mich sowieso nur Russen aufgrund meiner ach so regierungstreuen Facebook-einträge lesen, sondern weil man gelegentlich auch mal einen Schwerpunkt fernab der digitalen Welt setzen muss.

Lustigerweise hat mich genau dieser Schwerpunkt nun dazu bewegt, dieses Jahr doch noch etwas hier ins WordPress zu hacken.

Let me explain:

Im Zuge der Prüfungsvorbereitung für mein Fach „Marktorientierte Unternehmensführung“ fiel mir vor kurzem die sogenannte „Porter´s U Curve“ vor die Füße.PORTERUCURVE

Richtig angewandt und berechnet, kann dir dieses graphische Hilfsmittel ziemlich genau sagen ob du so günstig bist wie Aldi, so besonders wie Porsche, oder: ob du irgendwo zwischen den Stühlen sitzt.

Bist du einmal „stucked in the middle“, dann steckst du ziemlich in der Scheiße. Du bist nicht günstig genug um mit Aldi mithalten zu können, aber auch nicht besonders genug um mit Porsche zu konkurrieren.

Was also tun?

Ökonomisch richtig wäre – ökonomisch effizienter zu handeln. Sich auf einen der beiden zu fokussieren und gnadenlos den Market Share auszuweiten. An diesem Punkt rastet die linke Hälfte meines Leserspektrums wahrscheinlich gerade aus.

– Le otre option!

Auf die Ökonomie scheißen. Einen Verein gründen, soziale Ziele fokussieren und somit den Pöbel befrieden. An diesem Punkt rastet die rechte Hälfte meines Leserspektrums wahrscheinlich gerade aus.

Und genau da sind wir am springenden Punkt angekommen:

Herzlich willkommen, in meiner Welt.

Herzlich willkommen in einer Welt in der man allein aufgrund seiner Berufung nicht sozial genug sein kann um „überhaupt mitzureden“, und aufgrund seiner regierungsnahen Linie nicht konservativ genug sein kann, – um „überhaupt mitzureden“.

WTF liebes Deutschland, W-t-f- …

Wann bist du ehemals so geiles Land nur so verbittert geworden?

Willst du mir wirklich sagen, dass..

.. die Flüchtlingsproblematik daran schuld ist?

.. willst du mir wirklich sagen, dass die Menschen daran schuld sind, die vor all dem fliehen vor dem auch du dich fürchtest?

.. dass du viel mehr Angst vor einem Islamisten hast, als vor 7 radikalen Linken und 10 Neo-Nazis zusammen?

extremisten

Willst du mir wirklich sagen dass,…

.. wir Soldaten jetzt Mörder sind weil wir genau wie Russland und gefühlte 99% der restlichen Welt militärisch auf den Terror antworten?

Deutschland, warum drehst du so frei?

Ich würde gerne mal wieder mit dir reden. Ein Bier trinken. Und einfach nur reden. Ich würde gerne verstehen warum du solche Ängste hast. Ich habe keine Angst, und ich glaube auch du musst keine Angst haben. All das haben wir doch schon mal überstanden, und eigentlich is doch alles so wie immer.

Lass uns mal wieder ein Bier trinken.

XOXO,
dein db.

brandtblog. warum?

(notice: für alle die mich nicht persönlich kennen empfiehlt es sich, zuerst mit dem Reiter „about.brandt“ [ https://brandtblog.org/eine-seite/ ] zu beginnen.)

– – – – –

So here we go..

Es gibt viele schlechte Gründe um einen Blog zu schreiben.

Menschen seine Meinung aufzuzwängen, ist einer davon. Menschen von seiner Meinung überzeugen zu wollen, kein weiterer.

Unabhängig unserer politischen Ausrichtung, unserer kulturellen Werteverständnisse und unserer Nationalität sind wir, die Bürger Europas, Teil einer demokratisch geprägten Gesellschaft in der das Individuum durch die Nutzung sozialer Netzwerke immer und überall Zugriff auf Informationen hat.
Oftmals neigen wir dazu, aus diesen Informationen die wildesten Schlüsse zu ziehen..

(Der Hinweis eines „besorgten Bürgers“ auf meine soldatische Pflicht gegenüber der deutschen Bevölkerung)

(Der Hinweis eines „besorgten Bürgers“ auf meine soldatische Pflicht gegenüber der deutschen Bevölkerung)

.. gelegentlich ergeben die Informationen die einem widerfahren, auf den ersten Blick keinen rationalen Sinn..

(Links: Bild mit dem ehemaligen BMVg, entstanden in Mazar-E-Sharif 2011. / Mittig: Textpassage der Hip Hop Formation „K.I.Z.“, - Rechts: Ein Bild meiner Person mit Nico Seyfried und Tarek Ebene - beide Angehörige von

(Links: Entstanden während meinem letzten Afghanistan-Einsatz, gemeinsam mit dem ehemaligen BMVg Dr. De Maiziere, Mazar-E-Sharif, 2011. / Mittig: Textpassage der Hip Hop Formation „K.I.Z.“, veröffentlicht : Frühjahr 2015. /  Rechts: Bild meiner Person mit Nico Seyfried und Tarek Ebene – beide Angehörige von „K.I.Z., entstanden: Herbst 2015)

.. doch was immer bleibt ist die Überzeugung das richtige zu tun, wenn wir als Individuum Informationen nach einer ersten grundsätzlichen Analyse (mit unserer eigenen Meinung versehen) weiterverbreiten.


Ich möchte im Zuge dieses Blogs anhand einiger persönlicher Beispiele verdeutlichen weshalb es oftmals doch Sinn macht, einen Blick hinter solch paradox anmutende Aussagen zu werfen.


Ein Mensch der die Worte „Hitler“ und „Merkel“ aneinander reiht, muss schließlich nicht zwangsweise die Taten des einen mit denen des anderen gleichsetzen, doch wenn wir uns nicht mit diesen Menschen befassen dann sind wir es, die sie auf diese Stufe stellen.

Vieles von dem was ich hier publiziere wird vielen von euch aufstoßen. Anderes wird mich in Erklärungsnot bringen und einiges wird mich Überwindung kosten, doch auf unangenehme Fragestellungen, gibt es eben nur selten angenehme Antworten.

In diesem Sinne,..

„Manchem ist der Sinn ein Hindernis, doch manchem gibt das Hindernis erst Sinn“
(Manfred Hinrich)

db